Wir haben schon viel über Hundemischlinge und Métis geschrieben, aber das Thema Katzenkreuzungen haben wir bisher noch nie angesprochen. Und das nicht ohne Grund – denn Katzen-Mestizen verdienen nicht weniger Aufmerksamkeit. Es ist eine wunderbare Welt, in der verschiedene Eigenschaften, Charaktere und sogar Gene von wilden Vorfahren kombiniert werden.

Warum wird über Katzenmischlinge weniger oft gesprochen?

Erstens sind Katzen weniger auf den Menschen angewiesen als Hunde und werden oft als „normale Haustiere“ wahrgenommen, auch wenn sie einen Stammbaum haben. Zweitens werden Mischlinge bei Hunden aktiv als neue Designer-Rassen beworben, während dieses Phänomen bei Katzen weniger verbreitet ist. Und drittens gibt es weniger Informationen über Katzenkreuzungen, weil die Katzenzucht traditionell eher konservativ ist.

Können verschiedene Katzenrassen miteinander kombiniert werden?

Ja, verschiedene Katzenrassen können gekreuzt werden. Das geschieht sowohl, um neue offizielle Rassen zu schaffen, als auch aus Versehen. Dafür gibt es viele Beispiele. Im Allgemeinen hängt die Nachkommenschaft von der Kombination der Gene ab. In manchen Fällen führt der Mix zu lebensfähigeren und niedlicheren Kätzchen, in anderen Fällen besteht das Risiko ernsthafter erblicher Probleme.

Die beliebtesten Katzenmischungen sind

Bengal (Bengalkatze).

Bengalen sind durch die Kreuzung von Hauskatzen mit der asiatischen Leopardenkatze entstanden. Sie kombinierten das exotische Aussehen eines wilden Vorfahren und den Charakter eines häuslichen Lieblings. Ihre Färbung ähnelt dem Fell eines Leoparden – mit großen kontrastierenden Flecken oder einem Marmormuster. Bengalen sind sehr aktiv und brauchen viel Spiel und geistige Anregung. Sie sind Katzen für energiegeladene Menschen, denn sie lieben es, zu klettern, zu springen und sogar Tricks zu lernen. Neben ihrer Schönheit brauchen sie auch viel Aufmerksamkeit – ohne genügend Interaktion können sie sich im Haus langweilen und schädlich werden.

Savannah

Die Savannah ist das Ergebnis der Kreuzung einer Hauskatze mit dem Serval, einem wilden afrikanischen Tier. Sie ist eine der größten und teuersten Rassen der Welt: Ausgewachsene Savannahs können bis zu 15-18 Kilogramm wiegen und so groß wie das Knie eines Mannes werden. Sie haben lange, schlanke Pfoten, große Ohren und einen gefleckten Körper, der an ein echtes wildes Raubtier erinnert. Von Natur aus sind Savannahs sehr aktiv, unabhängig und brauchen viel Platz. Die ersten Generationen (F1-F3) behalten oft ihr wildes Verhalten bei, sind schwer zu erziehen und eignen sich nur für erfahrene Besitzer, die bereit sind, ihnen Freiheit und anspruchsvolle Pflege zu bieten.

Chausie

Die Chausie ist eine Kreuzung aus einer Hauskatze und einer Sumpfkatze, die in Afrika und Asien lebt. Chausies haben einen schlanken, athletischen Körper, lange Pfoten und sehen aus wie Miniatur-Raubtiere. Sie sind extrem agil, lieben es zu rennen, zu jagen und neue Gebiete zu erkunden. Aus diesem Grund brauchen Chausies ein großes Zuhause oder Zugang zu sicheren Spaziergängen. Diese Katzen sind nichts für ein „Couchleben“, sie brauchen aktive Besitzer, die auf Spiele und Entwicklung achten. Sie sind schwer in einer kleinen Wohnung zu halten, denn ohne Platz werden sie schnell unruhig.

Tonkinesenkatze.

Die Tonkinesenkatze ist eines der erfolgreichsten Beispiele für die „häusliche“ Kreuzung. Sie verbindet die Anmut der Siamkatze mit der Sanftheit der Burmesen. Tonkinesen sind sehr gesellig, lieben die Nähe eines Menschen und vertragen keine Einsamkeit. Sie haben eine einzigartige Nerzfarbe – etwas zwischen der kontrastreichen Siamkatze und der einfarbigen Burmakatze. Sie sind großartige Begleiter für Familien, denn sie sind anpassungsfähig, anhänglich und intelligent.

Foldex

Die Foldex ist eine kanadische Rasse, die aus einer Kreuzung zwischen der Scottish Fold und der Exotic Shorthair entstanden ist. Die Katzen haben ein rundes Gesicht, einen kurzen Körper, große Augen und manchmal gefaltete Ohren, wodurch sie sehr niedlich und „puppenhaft“ aussehen. Sie sind in der Regel freundlich und anhänglich, aber aufgrund der Genetik der Scottish Folds haben sie oft Gelenk- und Wirbelsäulenprobleme. Deshalb ist die Foldex-Zucht unter Züchtern immer noch umstritten.

Minuet (Minuet, oder Napoleon)

Minuet kombiniert die Munchkin mit ihren kurzen Beinen und die Perserkatze mit dichtem Haar und flachem Gesicht. Das Ergebnis ist eine Katze mit dem Aussehen eines Plüschtiers, die sofort die Herzen gewinnt. Sie sind anhänglich, ruhig und hängen sehr an ihren Besitzern. Aufgrund der Kombination von Mutationen können diese Katzen jedoch gesundheitliche Probleme haben: Kurze Beine tragen zu einer Überlastung der Wirbelsäule bei, und das flache Gesicht führt manchmal zu Atemproblemen.

Fazit

Katzenmischlinge sind eine Kombination aus Schönheit, Genetik und Widersprüchen. Einige, wie die Tonkinesen oder Bengalen, haben sich zu vollwertigen Rassen entwickelt, während andere aufgrund von Gesundheitsproblemen umstritten bleiben. Und Hybride mit Wildkatzen sind eine ganz besondere Kategorie, die viel Verantwortung und Wissen erfordert.

Es ist wichtig, daran zu denken, dass bei jeder Kreuzung das Wohlergehen des Tieres und nicht sein Aussehen berücksichtigt werden sollte.