Es gibt einen interessanten Trend: Viele Menschen in der glauben, dass der Portugiesische Wasserhund und der Spanische Wasserhund ein und dieselbe Rasse sind, oder zumindest zwei Varianten desselben Typs. Diese Meinung entsteht durch die Liebe zum Wasser, das lockige Fell und den Arbeitscharakter. Wir stoßen im Internet sogar auf Artikel aus seriösen Publikationen, in denen beschrieben wird, dass sie ein und dieselbe Rasse sind. Das ist jedoch völlig falsch. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Rassen, mit unterschiedlicher Geschichte, unterschiedlichem Zweck und sogar unterschiedlichen Pflegeprinzipien. Sie sind durch das Wort „Wasserhund“ vereint, aber alles andere ist einzigartig und getrennt.
Der Ursprung des Portugiesischen Wasserhundes
Der Portugiesische Wasserhund stammt aus den Fischereigebieten an der portugiesischen Küste. Seit Jahrhunderten ist er ein unverzichtbarer Helfer der Seeleute – er taucht in kalte Wellen, holt zerbrochene Netze ein, übermittelt Nachrichten zwischen Booten, bewacht die Ladung und wehrt sogar Raubtiere ab, die sich dem Boot nähern. Sein Körper ist harmonisch und muskulös, und sein Fell ist dicht, gewellt oder gelockt, von der Natur geschaffen, um im Wasser zu arbeiten und schnell zu trocknen. Der Charakter ist immer aktiv, emotional, gesellig, mit großer Liebe zur Familie und hoher Ausbildungsfähigkeit. Er ist ein Hund, der nicht stillsitzt, ständig nach Interaktion sucht und Tricks, Aufgaben, Spiele und die Arbeit mit Menschen liebt.
Portugiesischer Wasserhund Pflege
Das Fell des Portugiesischen Wasserhundes haart nicht im üblichen Sinne, was die Rasse für Menschen mit Allergien attraktiv macht. Aber die Pflege eines solchen Fells erfordert Professionalität – regelmäßiges Baden, richtige Kosmetik, häufiges Kämmen und Salonpflege. Berühmte Haarschnitte „Löwenstil“ oder Vollkürzung – das ist keine Mode, sondern ein historischer Zweck, denn diese Form half dem Hund, im Wasser mobil zu sein, sich warm zu halten und Arbeitsaufgaben schnell zu erledigen.
Der Ursprung des spanischen Wasserhundes
Der spanische Wasserhund hat einen ganz anderen Weg. Seine Heimat ist Spanien, und seine Hauptaufgabe war lange Zeit überhaupt nicht maritim. Sie arbeitete in den Bergen, auf Bauernhöfen, Weiden und in der Landwirtschaft, wo sie die Rolle des Hirten, Wachmanns, Jägers und Arbeitshundes erfüllte. Obwohl sie im Wasser genauso gut ist, hat sie ein anderes Temperament – konzentriert, wachsam, arbeitsam und ein bisschen zurückhaltender als ihr portugiesischer Verwandter. Ihr Fell ist dicht, dicht gelockt und bildet manchmal natürliche Spitzen, die sehr gut zu erkennen sind und eine unverwechselbare Silhouette bilden.
Pflege des Spanischen Wasserhundes
Der Spanische Wasserhund wird nicht gebürstet. Das ist die wichtigste Regel, die ihn bei der Pflege einzigartig macht. Das Fell sollte von Natur aus Locken oder Schnüre bilden, und bei der Pflege geht es darum, die natürliche Struktur ohne den Einsatz von Bürsten zu erhalten. Das Waschen erfolgt mit der richtigen Kosmetik und das Trocknen erfordert eine Technik, die es ermöglicht, die Locken flach zu legen. Übermäßiges Wässern oder unsachgemäßes Trocknen kann dazu führen, dass sich das Fell auftürmt und Locken bildet. Aber trotz dieser Natürlichkeit braucht die Rasse eine professionelle Betreuung, da ihr Fell leicht seine Form verliert, wenn es nicht begleitet wird.


Zwei Energien, zwei Arten von arbeitenden Köpfen
Der Portugiese ist ein offener, lebensfroher und sehr familienorientierter Hund, der dazu neigt, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen, leicht Freunde findet und emotionalen Kontakt sucht. Der Spaniel hingegen ist eher zurückhaltend, konzentriert und diszipliniert, sein starker Arbeitsgeist erfordert klare Aufgaben und ein rationiertes Arbeitspensum. Ihre Energien sind unterschiedlich: Der Portugiese ist eher ein „Begleitsportler“, während der Spanier ein „Arbeitsintellektueller“ ist, der seine Rolle im Team genau kennt.
Haben sie gemeinsame Wurzeln?
Trotz der Ähnlichkeit im Namen haben diese Rassen keinen gemeinsamen Ursprung. Sie haben sich unabhängig voneinander entwickelt, in unterschiedlichen Umgebungen, mit unterschiedlichen Aufgaben und unter verschiedenen Einflüssen. Der Portugiese ist ein Meeresarbeiter, der Spaniel ein vielseitiger Landhirte und Wasserjäger. Gemeinsamkeiten sind nur in der Liebe zum Wasser, dem lockigen Haar und der hohen Intelligenz zu verzeichnen – aber das ist eher eine Folge der natürlichen Auslese für ähnliche Aufgaben als eine gemeinsame genetische Wurzel.

Fazit
Der Portugiesische und der Spanische Wasserhund sind zwei geistig verwandte, aber vom Wesen her sehr unterschiedliche Rassen. Sie sind durch das Wasser, die Aktivität und die Intelligenz miteinander verbunden, aber ihre Herkunft, ihre Arbeitsaufgaben, ihre Fellstruktur und ihr Lebensstil haben sie zu eigenständigen Rassen mit eigenen Standards gemacht. Die Vielfalt dieser Hunde zeigt, wie unterschiedlich sich eine Rasse entwickeln kann, selbst bei äußerlichen Ähnlichkeiten. Obwohl manche Menschen sie manchmal verwechseln und denken, sie seien derselbe Hund, gibt es in Wirklichkeit eine ganze historische und charakterliche Kluft zwischen ihnen, die jede Rasse einzigartig macht.


