Hunde sind treue Freunde des Menschen, aber manchmal kann ihr Verhalten unberechenbar sein. Von Zeit zu Zeit lesen wir in den Nachrichten einen unangenehmen Artikel über einen Hund, der einen Menschen oder ein Kind angreift. Was soll ich also tun, wenn mir oder einem Familienmitglied so etwas plötzlich passiert? Das Wichtigste ist, nicht in Panik zu geraten. Du solltest dir immer bewusst sein, wie sich eine Situation entwickelt und darauf vorbereitet sein. Das Schlimmste, was selbst bei einem kleinen Hundebiss passieren kann, ist die Ansteckung mit Tollwut oder Wundstarrkrampf.

Tollwut ist eine Virusinfektion, die zu Lähmungen des Nervensystems und zum Tod führt. Tetanus ist eine akute Infektionskrankheit, die das Nervensystem angreift und tödlich ist. Tetanus und Tollwut können nur durch eine Impfung verhindert werden. Das U.S. Center for Disease Control stellt fest, dass jährlich 59 Tausend Menschen auf der Welt an Tollwut sterben. In der Ukraine werden jedes Jahr etwa 100-120 Tausend Menschen wegen Tierbissen im Krankenhaus behandelt. 60 % der Patienten erhalten eine Notfallversorgung, einschließlich einer Tollwutimpfung.

Die Infektion des Menschen mit dem Tollwutvirus erfolgt in 99% der Fälle durch Hundebisse!!!

Die Statistiken und die Sterblichkeitsraten bei Infektionskrankheiten sind schrecklich, aber das bedeutet nicht, dass direkt alle Bissopfer sofort geimpft werden sollten. Deshalb werfen wir einen Blick darauf, was du im Falle eines Bisses tun solltest und welche Folgen du erwarten kannst.

Was zu tun ist, wenn du von einem Hund gebissen wirst

Das Haustier ist uns nahe, wir kennen seine Krankengeschichte. Habe Informationen darüber, wie sich der Freund in letzter Zeit verhalten hat, ob sein Verhalten aggressiv oder unverständlich war. Diese Daten helfen uns, angemessen auf einen Biss zu reagieren. Selbst bei einem kleinen Kratzer müssen wir reagieren.

Was zu tun ist:

  1. Spüle die Wunde mit sauberem Wasser aus. Es ist gut, wenn es abgefülltes Wasser ist. Wenn du zu Hause bist, benutze Seife oder ein Antiseptikum, um sie zu waschen.
  2. Wenn die Wunde tief ist und blutet, drückst du unangenehm auf die Wunde, um die infizierte Wunde möglicherweise zu reinigen.
  3. Stoppe die Blutung mit einem Tuch, am besten mit medizinischer Gaze.
  4. Trage ein antibakterielles Mittel auf die Wunde auf (Wasserstoffperoxid).
  5. Lege jetzt einen Verband an.
  6. Geh ins Krankenhaus.

Der Arzt wird die Bissstelle begutachten und die Informationen über den Hund berücksichtigen. Je nach dem Zustand des Hundes gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Hund wurde gegen Tollwut geimpft und hat keine Anzeichen von unangemessenem Verhalten gezeigt – Unruhe oder Depression, Schwäche, erhöhte Körpertemperatur, abruptes Verhalten bei Lärm oder Licht. In diesem Fall ist es möglich, das Blut deines Tieres auf Tollwut-Antikörper untersuchen zu lassen. Wenn mit dem Hund alles in Ordnung ist, geht es dir gut. Die Wunde wird mit einem Verband versorgt, bei tiefen Wunden ist ein Chirurg nötig, aber es werden keine Impfstoffe oder Seren verabreicht. Als Nächstes musst du dich mit deinem Arzt in Verbindung setzen und das Verhalten deines Hundes beobachten.
  2. Der Hund hat keine Impfmanipulationen erhalten. In diesem Fall besteht eine hohe Infektionswahrscheinlichkeit. Dir werden die erste Tollwutimpfung und das Anti-Tollwut-Immunglobulin angeboten. Das Anti-Tollwut-Immunglobulin bietet sofortigen Schutz, bevor der Impfstoff anschlägt. Die Tollwutimpfung wird über einen bestimmten Zeitraum hinweg verabreicht. Die erste Impfung am Tag des Kontakts, die anderen nacheinander: 3-7-14-28 Tage. Denn die Inkubationszeit des Virus ist unberechenbar – von 1 Woche bis zu einem Jahr. Und wenn die ersten Anzeichen der Krankheit auftreten: Schwäche, Fieber, Kopfschmerzen, liegt die Sterblichkeit bei fast 100 %.

Es ist möglich, dass dein Freund die Tollwutimpfung gut überstanden hat und du ihm nichts verschrieben hast. Und dann bemerkst du zu Hause seltsame Anzeichen: Schwäche, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Muskelzucken im Bereich der Wunde, Taubheit des Unterkiefers. Das sind Anzeichen für Tetanus! Und wenn du selbst nicht gegen Tetanus geimpft wurdest oder keine Auffrischungsimpfung nach dem Zeitplan erhalten hast, wird dir Tetanus-Anatoxin gespritzt.

Wenn dein Haustier Anzeichen von Tollwut zeigt, musst du den Hund isolieren und deinen Tierarzt benachrichtigen! Von diesem Zeitpunkt an ist die Tollwut nicht mehr heilbar. Leider muss das Tier dann eingeschläfert werden.

Was tun, wenn man von einem Straßenhund gebissen wird?

Die Vorgehensweise ist dieselbe wie bei einem Haushundbiss – wasche die Wunde mit Seife oder Wasserstoffperoxid, lege einen Verband an und gehe ins Krankenhaus. Es ist keine Zeit zum Zögern!!! Da der Arzt nicht sicher sein kann, ob der Hund ein Überträger gefährlicher Viren war, wird man dir auf jeden Fall eine Impfung verschreiben. Es wäre eine gute Idee, ein Straßentier zu fangen und es zu beobachten, um zu sehen, ob es Anzeichen von Tollwut zeigt.

Alle Tiere können andere, nicht tödliche Infektionen übertragen, die Rötungen an der Bissstelle und Fieber verursachen können. Deshalb ist es notwendig, erneut einen Arzt aufzusuchen und die Situation abzuklären.

Ein Hundebiss ist ernst

Hunde bringen uns Freude und Lachen, ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit. Aber es gibt auch unangenehme Fälle – wie diesen Hundebiss. In dieser Situation ist es absolut notwendig, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn das Leben kann in Gefahr sein. Rechtzeitige medizinische Hilfe und du bist sicher, dass alles wieder gut wird!