Hofkatzen tauchen unbemerkt auf: Sie sitzen am Eingang, sonnen sich auf der Motorhaube eines Autos, verstecken sich in den Büschen unter dem Spielplatz. Sie ernähren sich von Mülleimern. Sie sind weder verwildert noch häuslich – sie liegen irgendwo dazwischen. Sie haben weder Halsbänder noch ein Zuhause, aber sie haben Gewohnheiten, Erinnerungen und Orte, zu denen sie zurückkehren. Man nennt sie „heimatlos“, aber eigentlich sind sie Hauskatzen, nur dass ihr Zuhause unser Garten ist. Wir sind für sie das Einzige, was sie an Freundlichkeit, Fürsorge und ein sinnvolles Leben erinnert.
Viele wurden einfach am falschen Ort geboren. Andere sind ehemalige Haustiere, die verraten wurden. Sie haben sich die Straße nicht ausgesucht – sie wurde ihnen überlassen. Und jetzt überleben sie bei Regen, Hitze oder Kälte neben uns und starren schweigend auf eine Welt, in der Menschen Schlüssel zu den Türen haben und sie nur eine Chance haben, wenn wir sie ihnen geben.
Was sie brauchen, ist nicht Mitleid, sondern Verantwortung
Eine Katze einmal zu füttern ist eine Geste. Sie ein zweites Mal zu füttern ist Verantwortung. Sie brauchen keine Tränen oder Likes in den sozialen Medien. Sie brauchen den Napf an der gleichen Stelle, damit das Wasser nicht drei Tage lang steht, damit das Futter nicht durch Schnee oder streitende Nachbarn verschwindet. Eine Hofkatze wird nicht überleben, wenn sie nicht jeden Tag frisst.
Aber die Hilfe sollte mit Bedacht erfolgen. Es lohnt sich, an einem Ort zu füttern, keinen Müll zu hinterlassen, keine Konflikte mit Anwohnern zu provozieren und keine Unordnung zu verursachen. Wenn du anfängst, dich zu kümmern – wirst du ein Teil ihres Lebens. Und diese Rolle ist wichtiger, als es scheint. Denn auch wenn du die Welt nicht veränderst – du veränderst die ganze Welt für ein Lebewesen.
Die Pflege von Hofkatzen ist echt und einfach
Viele Menschen wissen nicht, wie einfach es ist, einer Straßenkatze beim Überleben zu helfen. Eine Tube Anti-Flohmittel für 100 Griwna – und das Tier ist für 30-60 Tage vor Zecken, Flöhen, Juckreiz und Infektionen geschützt. Eine Pille gegen Würmer, versteckt in einem Stück Pastete – und die Katze wird nicht unter Parasiten leiden, die sie schließlich töten können.
Alles, was es braucht, ist ein bisschen Aufmerksamkeit. Richte eine einfache geschützte Ecke im Garten ein – eine alte Kiste mit einem warmen Handtuch oder einem Stück Styropor. Im Winter ist das kein Unterschlupf – es ist das Leben.
Pflege von Hofkatzen
Früher dachten wir, dass die Fellpflege nur etwas für Showtiere ist. Aber tatsächlich ist die Pflege eine Frage des Überlebens, auch für Straßenkatzen. Vor allem für diejenigen mit langem oder mittellangem Haar – die werden leider auch weggeworfen. Ohne regelmäßiges Bürsten entwickeln sie schnell Verfilzungen, die schmerzen, die Haut spannen und dann Pusteln und Pilze verursachen. Schweres Haar behindert die Bewegung, stört die Thermoregulation und zieht Flöhe an.
Wenn du eine solche Katze auf dem Hof siehst – selbst eine einmalige Hilfe verändert ihren Zustand. Bürste sie, schneide die Verfilzungen ab oder bringe sie zu einem Pflegesalon, der mit Straßentieren arbeitet. Viele Hundefriseure sind bereit, einen solchen „Patienten“ aufzunehmen – schreibe einfach und frage nach.
Was tun, wenn du sie nicht mit nach Hause nehmen kannst
Nicht jeder kann eine Katze in seine Wohnung lassen. Aber das Herz hereinzulassen – das kann jeder. Wenn du Allergien hast, Miete, Kinder, einen Hund oder einfach keine Energie – das ist kein Grund, nichts zu tun. Denn in Wirklichkeit geht es bei der Fürsorge nicht nur darum, „etwas mitzunehmen“. Fürsorge bedeutet, eine Schüssel mit warmem Essen hinzustellen, wenn es draußen Minusgrade hat. Es bedeutet, eine Decke in ein vertrautes Tierheim zu bringen. Es bedeutet, sich an die Katze zu erinnern – und nicht vorbeizugehen.
Wenn du sie nicht mitnehmen kannst, hilf jemandem, der sie hat. Du kannst ein paar Griwna an Freiwillige spenden, dem Tierheim Futter bringen oder einen Beitrag in den sozialen Netzwerken teilen. Und noch besser: Nimm dir eine Minute Zeit und tu etwas mit deinen Händen. Selbst die kleinste Tat, die mit Liebe getan wird, ist wichtiger als tausend Worte.
Wir sind es gewohnt, zu reden, zu schreiben, uns zu empören. Aber Katzen lesen keine sozialen Netzwerke. Sie verstehen keine Bildunterschriften unter Fotos. Reposting hilft ihnen nicht. Nur Taten helfen ihnen. Keine Tränen. Nicht „Es tut mir so leid.“ Eine Schüssel. Ein Schutz. Eine Tablette. Eine Person, die nicht vorbeigekommen ist.
Jeder von uns ist kein zufälliger Passant, sondern eine Chance. Eine Chance zu überleben. Eine Chance auf ein Leben frei von Flöhen, Hunger und Angst. Selbst wenn du nicht alle rettest, wirst du für eine Person zum ganzen Universum. Und vielleicht ist es dein Verdienst, dass diese Katze morgen nicht verschwindet. Sie wird im Sonnenlicht sitzen, sich die Pfote lecken und ruhig die Luft einatmen, weil sie weiß: Es gibt hier Menschen. Hier gibt es Freundlichkeit. Hier kannst du leben.