Die Parvovirus-Enteritis ist eine der gefährlichsten Viruserkrankungen bei Hunden, insbesondere bei Welpen. Es handelt sich um eine aggressive infektiöse Läsion des Verdauungssystems, die ohne Behandlung zu einer schnellen Dehydrierung, Vergiftung und oft zum Tod führt. Um Ihr Haustier zu schützen, ist es wichtig, genau zu wissen, wie es zu der Infektion kommt, wie sich die Krankheit äußert, wie gefährlich sie für junge Tiere ist und wie man sie behandelt.

Wie ein Hund das Parvovirus bekommt

Das Parvovirus ist in der äußeren Umgebung sehr widerstandsfähig. Es überdauert auf dem Boden, im Kot, auf Schuhen, Pfoten, Pflegeartikeln – selbst wenn es hohen Temperaturen oder Desinfektionsmitteln ausgesetzt ist. Der häufigste Infektionsweg ist fäkal-oral. Ein Hund kann sich mit dem Virus infizieren, indem er einfach an einer kontaminierten Oberfläche schnüffelt oder diese ableckt. Die Infektion erfolgt sofort: Das Virus dringt in den Körper ein, greift Zellen des Darms und des Immunsystems an und verursacht Entzündungen, Gewebsnekrosen, Durchfall mit Blut, Erbrechen und eine allgemeine Vergiftung. Es ist wichtig zu wissen, dass selbst ein Hund, der nur im Haus lebt und nie nach draußen geht, sich infizieren kann – durch Besitzer, die das Virus auf ihre Kleidung, Hände oder Schuhe bringen.

Parvovirus bei Welpen: die am meisten gefährdete Gruppe

Welpen im Alter zwischen 6 Wochen und 6 Monaten sind am meisten gefährdet. Sie haben noch keine vollständige Immunreaktion entwickelt und ihr Darm ist extrem empfindlich. Wenn ein Welpe nicht geimpft ist oder keine vollständige Impfung erhalten hat, entwickelt sich das Virus sehr schnell. Das Schlimmste daran ist, dass der Besitzer die Symptome manchmal zu spät bemerkt. In den ersten 12-24 Stunden nach der Infektion wirkt der Welpe vielleicht nur ein wenig lethargisch, aber innerhalb von 24 Stunden kommt es zu Erbrechen, Durchfall (oft mit Blut) und völliger Verweigerung von Futter und Wasser. Ohne sofortige tierärztliche Versorgung liegt die Sterblichkeitsrate für ungeimpfte Welpen bei bis zu 90%. Und deshalb ist die erste Impfung nicht „nur für den Fall“, sondern ein echter Lebensretter.

Symptome des Parvovirus bei Hunden

Zu den klassischen Symptomen gehören starke Apathie, stark abnehmender Appetit oder völlige Nahrungsverweigerung, häufiges Erbrechen, flüssiger Durchfall mit Blutbeimischung, starker Kotgeruch, erhöhte Temperatur oder umgekehrt Unterkühlung sowie Dehydrierung. In schweren Fällen reagiert der Hund nicht auf Reize, liegt kraftlos da, das Zahnfleisch wird blass oder bläulich. Die Symptomatik kann je nach Rasse, Alter und allgemeinem Zustand des Immunsystems leicht variieren. Aber das Wichtigste ist, dass das Parvovirus nicht „wartet“. Wenn Sie zumindest ein paar dieser Symptome bemerken, insbesondere bei einem jungen Tier, sollten Sie nicht zögern. Der Kontakt zu einem Tierarzt in den ersten Stunden nach Auftreten der Symptome kann entscheidend sein, um ein Leben zu retten.

Behandlung des Parvovirus: alarmierende Intensivbehandlung

Leider gibt es keine Medikamente, die das Parvovirus selbst im Körper zerstören. Die Therapie ist symptomatisch und unterstützend. Das Hauptziel besteht darin, die Toxine zu beseitigen, Erbrechen und Durchfall zu stoppen, Dehydrierung zu verhindern und das Immunsystem zu unterstützen. Der Hund erhält intravenöse Flüssigkeiten mit Elektrolyten, Antiemetika, Antibiotika zur Bekämpfung bakterieller Sekundärinfektionen, Sorbentien, manchmal – Plasma und Immunglobuline. Die Behandlung findet nur im Krankenhaus statt und dauert mehrere Tage bis zur vollständigen Stabilisierung. Auch nach der Entlassung benötigt das Tier eine spezielle Diät, Ruhe und sorgfältige Pflege. Und das Wichtigste: Nach der Genesung bleibt der Körper des Tieres geschwächt, und daher ist die Prophylaxe die einzige zuverlässige Möglichkeit, eine Tragödie zu vermeiden. Rechtzeitige Impfung, Quarantäne in den ersten Lebenswochen und die Aufmerksamkeit des Besitzers – das ist es, was wirklich rettet.

Fazit

Das Parvovirus ist keine Krankheit, die bis morgen warten kann. Sie ist eine Herausforderung, die entweder rechtzeitig abgefangen wird oder unvermeidliche Folgen hat. Achten Sie auf Veränderungen im Verhalten Ihres Hundes, ignorieren Sie nicht den Impfplan und zögern Sie nie einen Besuch beim Tierarzt hinaus. Und wenn Sie nach der Genesung vertrauensvollen Rat oder Begleitung brauchen, sind wir für Sie da. Denn für uns sind Hunde nicht nur Kunden, sondern Teil der Familie, die wir gemeinsam mit Ihnen beschützen.