Für den Menschen wurde das Hufeisen zum Glückssymbol. Für das Pferd war sie vor allem eine Möglichkeit, die Hufe zu schützen, wenn es auf den von Menschen angelegten Straßen viel arbeiten musste. Aber wozu musste man ein Stück Metall mit Nägeln festnageln? Und wie konnte das Pferd danach noch ruhig laufen?

Warum brauchten Pferde Hufeisen?

Das Hufgewebe wächst und nutzt sich beim Laufen allmählich ab. Solange diese Prozesse im Gleichgewicht sind, ist ein Hufeisen vielleicht gar nicht nötig. Anders sieht es bei einem Pferd aus, das regelmäßig einen Reiter trägt oder Lasten über Steine, Schotter und harte Straßen zieht. Bei einer solchen Belastung kann sich der Huf schneller abnutzen, als er nachwächst, und das Laufen wird schmerzhaft.

Ein Hufeisen schützte den Hufrand vor übermäßigem Verschleiß und konnte die Bodenhaftung verbessern. Mit der Zeit entstanden verschiedene Hufeisenformen für unterschiedliche Aufgaben und Hufbeschaffenheiten. Der Bedarf daran hing von der Straße, der Belastung und dem Zustand des Pferdes selbst ab.

Die Menschen suchten auch nach anderen Schutzmöglichkeiten. So sind zum Beispiel alte metallene „Sandalen“ erhalten geblieben, die man am Huf befestigen und wieder abnehmen konnte. Und in der Sammlung des Londoner Museums gibt es ein eisernes Hufeisen aus dem 10. Jahrhundert mit Löchern für Nägel.

Wie wurde ein Hufeisen angeschlagen und hat das Pferd das gespürt?

Auf den ersten Blick sieht das Verfahren beängstigend aus: Der Schmied schlägt einen Nagel direkt in den Huf. Doch dessen Außenwand besteht aus hartem Hornmaterial. Wenn der Nagel diesen unempfindlichen Bereich durchdringt, spürt das Pferd keinen Schmerz durch den Nagel selbst – ungefähr so, wie es uns nicht wehtut, wenn wir uns die Nägel schneiden.

Aber die Aussage „dem Pferd tut es nicht weh“ gilt nur für das richtige Beschlagen. Unter der Außenwand befinden sich empfindliche Gewebe. Wenn der Nagel zu tief eindringt oder auf diese drückt, kann das Pferd Schmerzen verspüren und hinken. Deshalb sollte die Hufeisenauswahl und das Anbringen von einem Fachmann übernommen werden. Die Hufe wachsen auch mit Hufeisen weiter, daher müssen sie regelmäßig gereinigt und die Hufeisen überprüft und ausgetauscht werden.

Brauchen Pferde heute noch Hufeisen?

Nicht für alle. Ein Pferd, das sich ohne Hufeisen wohlfühlt und seine Hufe nicht übermäßig abnutzt, kann bei regelmäßiger Pflege unbeschlagen bleiben. Andere brauchen Schutz wegen hartem Untergrund, intensiver Arbeit oder Hufproblemen. Es gibt auch abnehmbare Hufschuhe und spezielle Hufeisen für bestimmte Bedürfnisse.

Die Entscheidung hängt vom Zustand der Hufe ab und davon, wie sich das Pferd bewegt und arbeitet. Bei Bedarf wird sie gemeinsam mit dem Tierarzt und einem Hufpflegespezialisten getroffen.

Fazit

Pferden wurden Hufeisen angeschlagen, um die Hufe vor Belastung und harten Wegen zu schützen. Richtig gesetzte Nägel gehen durch den unempfindlichen Teil des Hufs, aber ein Fehler kann Schmerzen verursachen. Das Wichtigste ist, die richtige Pflege zu finden, damit genau dieses Pferd sich schmerzfrei bewegen kann.