Hunde mit „Dreadlocks“ sehen aus, als kämen sie gerade von einem Musikfestival zurück oder hätten sich jahrelang diese extravagante Frisur wachsen lassen. In Wirklichkeit sind die langen Strähnen keine Erfindung des Friseurs, sondern eine besondere Art von Fell. Die weiche Unterwolle verflechtet sich mit dem gröberen Deckhaar und bildet nach und nach dichte Strähnen.

Allerdings verwandelt sich dieses Fell nicht von selbst in schöne, gleichmäßige Strähnen. Ohne die richtige Pflege entsteht statt einer gepflegten „Frisur“ ein einziges Wirrwarr. Schauen wir uns die Rassen an, für die Dreadlocks zu einem echten Markenzeichen geworden sind.

Дівчина в сорочці присіла біля комондора та тримається за його шерсть, а сам пес дивиться в бік

Шерсть комондора - це дрібні та довгі дреди, які досягають землі

Komondor

Einen Komondor kann man kaum mit einem anderen Hund verwechseln. Ein erwachsener Vertreter dieser Rasse ist mit langen weißen Strähnen bedeckt und sieht von weitem fast wie ein riesiger Wischmopp aus. Hinter diesem lustigen Vergleich verbirgt sich jedoch ein ernstzunehmender ungarischer Schafhüter.

Das helle, strähnige Fell half dem Komondor, sich unter den Schafen zu tarnen, schützte vor schlechtem Wetter und milderte teilweise die Bisse von Raubtieren ab. Er ist ein unabhängiger, wachsamer und mutiger Hund, der es gewohnt ist, Situationen selbstständig einzuschätzen.

Das ausgewachsene Fell des Komondors kann bis zum Boden reichen. Man kämmt es nicht mit einer normalen Bürste – die Strähnen werden von Hand bis auf die Haut entwirrt. Und nach dem Baden braucht der Hund extrem lange zum Trocknen, manchmal einen ganzen Tag oder sogar länger.

Puli

Auch der Puli stammt aus Ungarn, ist aber deutlich kleiner und beweglicher als der Komondor. Wenn dieser Hund rennt, hüpfen seine Zöpfe in alle Richtungen, und es ist manchmal gar nicht so einfach zu erkennen, wo sich unter all dem Fell eigentlich die Augen verstecken.

Früher hütete der Puli Vieh, daher stecken hinter seinem auffälligen Aussehen Schnelligkeit, Klugheit und große Arbeitskraft. Er ist kein dekorativer „Dread-Hund“, sondern ein energiegeladener Hütehund, der Bewegung, Aufgaben und Kontakt zum Menschen braucht.

Die Zöpfe bilden sich nach und nach, wenn das Welpenfell wechselt. Man muss sie regelmäßig auseinanderkämmen, besonders an den Ohren, Pfoten, am Schwanz und in den Achselbereichen.

Bergam-Schäferhund

Auf den ersten Blick mag der Bergam-Schäferhund einfach nur sehr zottelig wirken. Sein Fell hat jedoch eine ungewöhnliche Struktur: Es besteht aus drei Haartypen, die sich mit der Zeit zu breiten, flachen Strähnen verbinden. Sie erinnern eher an Filzstreifen als an die dünnen Stränge eines Komondors.

Dieser natürliche „Mantel“ schützte den Hund vor Kälte, Niederschlag und Verletzungen bei der Arbeit in den italienischen Alpen. Bergamese-Schäferhunde sind aufmerksam, ausgeglichen und können selbstständig Entscheidungen treffen – eine wichtige Eigenschaft für einen Hund, der weit weg vom Schäfer arbeitete.

Ausgewachsene Strähnen müssen nicht ständig gekämmt werden. Das Wichtigste ist, das Fell während des Fellwechsels richtig zu formen und zu teilen und anschließend auf die Sauberkeit der Haut zu achten.

Spanischer Wasserhund

Das Fell des spanischen Wasserhundes ist von Natur aus dicht und lockig. Wenn es nachwächst, können sich die Locken nach und nach zu Strängen zusammenfügen. Aber im Gegensatz zum Komondor wird diese Rasse oft kurz geschoren, weshalb man ihre „Dreadlocks“ nicht so oft zu sehen bekommt.

Traditionell haben diese Hunde die unterschiedlichsten Aufgaben übernommen: Sie haben Vieh gehütet, Fischern geholfen und Gegenstände aus dem Wasser geholt. Sie sind aktiv, aufmerksam und lernen schnell.

Das lockige Fell sollte man nicht wie normales langes Fell kämmen. Die Strähnen trennt man mit den Fingern, und nach dem Baden tupft man das Wasser vorsichtig mit einem Handtuch ab, ohne die Locken zu zerreiben.

Pudel

Die meisten Leute sind daran gewöhnt, Pudel flauschig oder ordentlich geschoren zu sehen. Doch ihr dichtes, lockiges Fell lässt sich auch zu langen Schnüren formen. Früher waren Rispenpudel viel verbreiteter und traten auf Ausstellungen neben Hunden mit den üblichen Schnitten auf.

Das Stylen einer solchen Frisur erfordert viel Zeit und Geschick. Das Fell muss richtig aufgeteilt, sauber gehalten und gründlich getrocknet werden. Deshalb sieht man heute nur noch selten Riegelpudel – ihr spektakuläres Aussehen erfordert viel Engagement bei der Pflege.

Kann man jedem Hund „Dreadlocks“ machen?

Nein. Für die richtige Bildung der Schnüre ist eine entsprechende Fellstruktur erforderlich: in der Regel eine Kombination aus weicher Unterwolle und lockigem oder gröberem Deckhaar. Wenn man einfach zulässt, dass sich normales Fell verfilzt, entstehen keine rassetypischen Strähnen, sondern Verfilzungen, die an der Haut ziehen, Feuchtigkeit speichern und Unbehagen verursachen.

Das Strähnenfell braucht besondere Pflege:

  • Die Strähnen musst du regelmäßig mit den Händen bis auf die Haut auseinanderkämmen;
  • nach Spaziergängen werden Gras, Zweige und kleiner Schmutz entfernt;
  • die Haut auf Reizungen und Rötungen überprüfen;
  • Nach dem Baden lässt man die Schnüre vollständig trocknen;
  • verschmutztes Fell darf nicht lange feucht bleiben.

Hunde mit Dreadlocks sehen wirklich fantastisch aus. Doch hinter jeder spektakulären „Frisur“ stecken Geduld, die richtige Pflege und viel Zeit seitens des Besitzers und natürlich des Hundefriseurs.